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Thesen zum Autofahrer Die Cost of Ownerships fürs Automobil gewinnen bei zunehmend angespannter finanzieller Situation in vielen Autofahrerhaushalten immer mehr Gewicht. Der Price oder Commodity Shopper gewinnt an Bedeutung. Der Smart Buyer überträgt sein Kaufverhalten von anderen Branchen (Lebensmitteln, Unterhaltungselektronik) auf die KFZ-Reparateure. Fullservice-Leasing und Mobilitätsverkauf entfremden besonders einkommensstarke Autofahrer vom IAM-Reparateur.
Thesen zu Kfz-Werkstätten Der Konzentrationsprozess bei OES- wie IAM-Werkstätten verstärkt sich weiter. Der Mehrmarkenwerkstatt gehört in Anbetracht des Aftermarket -Rückgangs die Zukunft. Systemketten und Filialisten gehört die Zukunft mit starken Marktanteilsgewinnen. Kostendruck und High Tech fördert das Spezialistentum.
Es wird eine fortschreitende Betriebstypendifferenzierung in interessanten Nischenmärkten stattfinden. Die Alternative zur semiprofessionellen Schwarzarbeit/Nachbarschaftshilfe heisst Reparaturdiscounting. In rückläufigen Aftermärkten wird nur noch die Werkstatt eine hohe Werkstattauslastung verzeichnen, die aktiv Fehler sucht. High Tech und Elektronik verändern das Berufsbild von Mechanikern und Meistern zum Elektroniker/Mechatroniker. Die zunehmende Elektronik im Automobil begünstigt das Entstehen von Spezialisten rund um „Car-Diagnostik“.
Thesen zu Distributeuren Viele europäische Volumenaftermärkte sind überdistribuiert. Regionale und lokale Teilegroßhändler sind besonders innerhalb der Ballungsgebiete gefährdet. Autohändler mit starkem Teilegroßhandel treten in IAM-Kooperationen ein, um sich Zugang zum All Makes Sortiment zu verschaffen. IAM Logistiker werden OES-Logistik-Teilbereiche übernehmen, um dem Marktdruck zur JIT-Belieferung der Vertragswerkstätten entgegen zu kommen. Die JIT-Mehrfachbelieferung der Werkstätten durch den freien Teilegroßhandel ohne Lieferkostendeckung ist künftig nicht mehr finanzierbar. Werkstatt-Terminierungsprogramme werden seitens der Teilegroßhändler und der Werkstattsysteme verstärkt eingesetzt, um den Termindruck für JIT-Belieferungen zu senken. Die Einkommenspolarisierung erfordert auch von den Teilegroßhändlern eine differenziertere Mehrmarken-/Preis-Politik. Der Großhandel wird die Sortimentsbündelung noch konsequenter verfolgen (z.B. Aufnahme von Reifen, um Systemlieferant für das Fahrwerk zu sein). Die Logistik-Kompetenz des Teilegroßhandels ist übergewichtig zu Lasten der Vermarktungskompetenz. Der Teilegroßhandel wird eine aktive Vermarktung von Zweit- und Dritt-Marken betreiben, da es sonst zu drastischen Umsatzverlusten durch den wachsenden Anteil einkommensschwacher Autofahrer kommt. Es wird eine Renaissance des e-commerce geben. Auf dem B2B Sektor zwischen Handel und Werkstatt wird es bereits in der Tagespraxis praktiziert. Durch die enorme Nachfragemacht von eBay beim Autofahrer erhält das e-commerce neue Impulse. Fachmärkte gewinnen langfristig an Bedeutung. Bei Filialisten entgeht dem Teilegroßhandel dadurch Volumen, das durch deren Zentrallager abgedeckt wird. Der ad-hoc Bedarf von Fachmarkt-Filialisten, der über den örtlichen Handel gedeckt werden muss, beträgt ca. 10% vom Umsatz. Dieses Volumen wird zukünftig durch Supergrossisten zentral geliefert. Um den zukünftigen Kapitalbedarf für Know how, Equipment und Profilpolitik zu decken, werden kapitalkräftige Investoren benötigt. |